Der erste Schultag an der Engure Sekundarschule unterschied sich in keiner Weise vom Schulbeginn in früheren Jahren.
Beinahe alle Einwohner des kleinen Fischerdorfes - Schüler, deren Eltern, jüngere Brüder und Schwestern, Großeltern, pensionierte und aktive Lehrer - trafen sich am Sportplatz der Schule. Das Schulgebäude wäre zu klein gewesen für eine derartige Versammlung.
Die Besucher freuten sich auf die Vorstellung der einzelnen Klassen. Die Schulfahne wurde präsentiert und durfte von Schülern der 12. Klasse getragen werden. Sie zogen ein, Hand in Hand mit den Kollegen der 1. Klasse, für die eine neue Phase in ihrem Leben begann. Viele Mütter kämpften mit den Tränen.
Der Schulleiter und der Bürgermeister hielten Reden und wünschten den Schülern alles Gute für das Schuljahr. Und dann der feierlichste Moment: eine altmodische Silberglocke, die mit Herbstblumen dekoriert ist, wurde von einem Schulanfänger geläutet. Am Ende des Schuljahres wird die selbe Glocke wieder ertönen und die letzte Unterrichtsstunde des Schuljahres einläuten.
Die Lehrer erhielten viele Herbstblumensträuße - Astern und Dahlien, Gladiolen und Sonnenblumen, Rosen und Tagetis. Auch diese Tradition wird schon seit Jahre gepflegt.
Das Zurückkehren in die Schule ist in diesem Jahr eng mit dem Gefühl verbunden, wieder ein Mitglied Europas zu sein. Am 20. September stimmten 67% der Bürger für einen Beitritt zur Europäischen Union.
Vor der Abstimmung wurden auch in den Klassenräumen heftige Diskussionen geführt. Ich glaube, dass der Europäische Frühling im letzten Schuljahr, maßgeblichen Einfluss auf die lettische Abstimmung hatte.
Wir sind nun wieder Teil Europas und sehen freudig in die Zukunft!
Fotos: Juris Lagzdins, JurisL@lanet.lv |