Slowenien und Griechenland gehen eine Partnerschaft ein
Bildung sollte sich nicht auf das Klassenzimmer beschränken, sondern über die Schulgrenzen hinaus bis auf die andere Seite der Welt reichen. IKT im Klassenzimmer hat dieses Unmögliche möglich gemacht. Wer hätte noch vor dreißig Jahren gedacht, dass Schulen Netzwerke bilden, Kooperationen eingehen und globale Bildung möglich machen können?
Eine der Hauptaktivitäten, an der viele Schulen des Europäischen Frühlings 2004 teilnahmen, war Gemeinsam in Europa. Ziel dieser interaktiven Aktivität war es, dass zwei Schulen - eine aus einem EU-Mitgliedsland und eine aus einem Beitrittsland - eine Partnerschaft eingehen und gemeinsam an einem bestimmten Thema arbeiteten. Man konnte aus verschiedensten Themenbereichen wählen: Kunst, Kultur, Essgewohnheiten, Rezepte, Umwelt, Geschichte, Gebäude und Architektur, ungewöhnliche geographische Erscheinungen oder ähnliches.
Die Osnovna sola Pivka aus Slowenien arbeitete mit der 9. Grundschule Zografou in Athen, Griechenland, zusammen. Wir haben uns über die myEUROPE Partnersuche gefunden. Wir haben uns für das Thema, Kunst, Kultur und Tradition entschieden, denn wir haben festgestellt, dass wir trotz geographischer Nähe sehr wenig voneinander wissen. Jede Schule informierte sich über die Kunst, Kultur und Traditionen des jeweils anderen Landes. Wir haben uns mit Flaggen, Nationalhymnen, speziellen geographischen Erscheinungen, nationalen Tänzen und Trachten, einer berühmten Person, einem bekannten Gedicht, einer kulinarischen Spezialität und den jungen Menschen von heute beschäftigt. Alle Ergebnisse wurden in einer PPT Präsentation festgehalten und an die Partnerschule verschickt. Die Schüler dieser Schule kontrollierten diese Forschungsergebnisse und verfassten einen Bericht für die Website des Europäischen Frühlings 2004.
Die PPT Präsentation war uns aber noch nicht genug. Jede Schule stellte eine 'Kulturbox' zusammen. Darin fanden sich Gegenstände, die das jeweilige Land und das dortige Leben repräsentieren. Unsere Schüler sammelten zum Beispiel typische Gegenstände slowenischer Handwerkskunst, die der griechischen Partnerschule Einblick in die slowenische Kultur gaben. Zudem fügten die Schüler eine CD mit einer Präsentation Sloweniens und unserer Schule bei. Die griechischen Schüler stellten eine ähnliche Box zusammen und sandten sie an uns. Wir präsentierten diese den Schülerkollegen aber auch der Öffentlichkeit.
Welchen Eindruck diese Aktivität bei den Schülern hinterlassen hat, drücken die Worte eines griechischen Kollegen am besten aus: Es machte den Schülern großen Spaß, eine Power Point Präsentation zu erstellen und Gegenstände für die Kulturbox für unsere slowenischen Freunde zu sammeln. Sie entdeckten die Geheimnisse eines neuen Mitgliedslandes während sie gleichzeitig über ihre eigene Kultur und Geschichte lernten. Die Schüler arbeiteten mit Enthusiasmus und dachten über die gemeinsame Zukunft nach. Wenn doch nur weitere Gegenstände in der Kulturbox Platz gehabt hätten und der Europäische Frühling nie geendet hätte!
Schulpartnerschaften bieten sowohl Schülern als auch Lehrern die Möglichkeit, Ideen und Gedanken mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen auszutauschen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den Bildungsbereich zu verbessern. Die Schüler sehen den Unterricht aus einer anderen Perspektive. Durch den Austausch ihrer Arbeiten und Ergebnisse mit Schülern aus unterschiedlichen Ländern, lernen sie die eigene Arbeit mehr schätzen. Heutzutage benötigen junge Menschen gute Gründe um zu lernen - und Schulpartnerschaften können dafür eine gute Motivation darstellen.