Dieser Artikel beschreibt den Weg von der lokalen, regionalen und nationalen Identität hin zur Europabürgerschaft. Er erklärt darüber hinaus die wichtigsten Rechte der europäischen BürgerInnen sowie jene Faktoren, die dazu beitragen, ihnen die Europabürgerschaft näher zu bringen.
Staatsbürgerschaft ist die offizielle Verbindung zwischen einer Person und einem Staat. Dieses Verhältnis beschreibt die Mitgliedschaft zu einer Gesellschaft. Als StaatsbürgerInnen haben Personen gewisse Rechte. Sie können zum Beispiel am politischen Leben teilnehmen, wählen oder selbst für Wahlen zur Verfügung stehen. Auf der ganzen Welt verknüpfen Staaten gewisse Rechte mit der Staatsbürgerschaft. Personen können zum Beispiel eine oder mehrere Staatsbürgerschaften besitzen.
Viele HistorikerInnen sind der Meinung, dass die ersten Wahlen für das Europaparlament im Juni 1979 wesentlich zur Ausprägung des Konzepts der Europabürgerschaft beigetragen haben. Alle EU-BürgerInnen waren eingeladen, durch die Wahl ihrer VertreterInnen am Entscheidungsprozess beizutragen. Fünf Jahre später, im Jahre 1984, wurde das Komitee Europa der BürgerInnen eingerichtet, um den Erwartungen der EuropäerInnen zu entsprechen und die Europabürgerschaft sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU zu stärken und zu fördern.
Das Konzept der Europabürgerschaft wurde erstmals offiziell im Jahre 1992 im Vertrag von Maastricht festgelegt. Im Artikel 8.1 steht, dass jede Person mit Staatsbürgerschaft eines Mitgliedsstaates ein Bürger/eine Bürgerin der Union ist. Da einige BürgerInnen Bedenken äußerten ihre nationalen Staatsbürgerschaft zu verlieren, legte der Vertrag von Amsterdam (1997) fest, dass die Europabürgerschaft die nationalen Staatsbürgerschaften nicht ersetzt sonder ergänzt.
Die Europabürgerschaft bietet verschiedene Rechte und Privilegien innerhalb der EU; in vielen Bereichen besitzen EU BürgerInnen die gleichen oder ähnliche Rechte wie die Staatsbürger des jeweiligen Mitgliedsstaates. Derartige Rechte, die EU BürgerInnen übertragen wurden, umfassen:
das Recht in jedes Land der EU zu reisen, dort zu leben, zu arbeiten und zu studieren (man nennt dieses Recht auch das Aufenthaltsrecht. Das bedeutet, dass eine Person, die das Recht hat sich in einem Land aufhalten zu dürfen, keine Genehmigung der Regierung benötigt, um in das Land einzureisen und in diesem Land ohne Einschränkungen leben und arbeiten darf.)
das Recht zu wählen und für lokale Wahlen und Wahlen des Europaparlaments zur Verfügung zu stehen
das Recht, eine Petition an das Europäische Parlament oder den Europäischen Ombudsmannbei Misswirtschaft innerhalb der EU Institutionen einzubringen
das Recht auf diplomatischen Schutz; Personen eines Mitgliedsstaates stehen außerhalb der EU im Schutze jedes anderen Mitgliedsstaates.
In den letzten Jahren haben zwei Faktoren dazu beigetragen, das Konzept der Europabürgerschaft den Menschen näher zu bringen: die einheitliche Währung - der Euro - und ein einheitliches Design der Reisepässe aller EU Mitgliedsstaaten (sowohl der Ländername als auch "Europäische Union" oder Übersetzungen davon sind aufgedruckt). Um die Europabürgerschaft zu verstehen, sollten wir alle identitätsgebenden Dinge wertschätzen, die uns definieren: von der lokalen, über die regionale bis hin zur europäischen Ebene.
Speak Out! on European citizenship Diese Website bietet ein Forum, in dem Jugendliche ihre Ansichten und Meinungen zu wichtigen Themen austauschen können.
For a real European Citizenship von María Miguel Sierra und Jyostna Patel Dieses Dokument beschäftigt sich mit dem Konzept der Europabürgerschaft und die damit verbundenen Rechte.